Dieser kleine verwandelte Nähtisch aus einer Gothaer Familie ist ein sympathisches Beispiel für einen schlichten Gebrauchsgegenstand vor um die hundert Jahre. Er dürfte ein Kind der 1920er sein. Ich mag die ausgewogenen Proportionen, klaren Linien und Rundungen und seine funktionale Gestaltung.
Solche Nähtische erzählen vom Alltag vergangener Frauen-Generationen, als Handarbeiten selbstverständlich zum täglichen Leben gehörten, und jedes Mädchen schon früh stopfen, sticken, oder auch weben und stricken lernte.
Ein besonderes Detail ist die vollständig erhaltene Inneneinteilung der oberen Schublade. Die schmalen Fächer für Garnrollen, Nadeln, Fingerhut und weiteres Nähzubehör verleihen dem Nähtisch seinen unverwechselbaren Charakter.
Als ich den Tisch in Gotha entdeckte, zeigte er zahlreiche Gebrauchsspuren und kleinere Beschädigungen. Diese Makel sind bis auf ein paar bewusst belassene kleine Spuren behoben, das Furnier der Oberfläche ist behutsam aufgearbeitet.
Für seine neue Lebensphase erhielt der Nähtisch eine tiefblaue Fassung (Lignocolor Ocean Blue) mit in Goldton abgesetzten Füßen. Die originale dunkel gebeizte Holzplatte blieb erhalten und setzt einen warmen Kontrast. Die Schubladen überraschen mit hellen Innenräumen, während die Seiten mit einer besonderen Korkoberfläche neu gestaltet wurden.
So ist der ehemalige Nähtisch jetzt mehr als ein Möbel mit Geschichte. Er eignet sich ebenso als stilvoller Nachttisch, Beistelltisch oder kleines Flurmöbel und verbindet historischen Charme mit zeitgemäßer Gestaltung. Ein authentisches Original, das nicht museal wirken möchte, sondern bereit ist für viele weitere Jahre im Alltag.
Schlicht, klar, farbstark und edel. Eines meiner Lieblingsstücke.