Diese beiden antiken Stücke sind Möbel mit Geschichte aus Familienbesitz.
Die alte Kommode mit spezieller Konstruktion stammt aus dem Krämerladen der Urgoßmutter, die um 1840 in Thüringen geboren wurde. Die Deckplatte ist nach oben zu öffnen. Gut vorstellbar, dass in dem Fach darunter anno 1890 herum wertige Artikel verstaut waren und diese Schätze auf Anfrage den Kunden präsentiert wurden: besondere Webstoffe, Zigarren, Uhren – alles teure Ware, die nicht offen dalag.
Der praktische schmale Hochschrank – in der Gründerzeit oft als Flur- oder Küchenschrank verwandt – gehört dazu. Er zeichnet sich durch besondere kupferlegierte Ornamente aus, die dem aufkommenden Jugendstil zuzuordnen sind. Sie lagen meinen Auftraggebern ganz besonders am Herzen. Diese zu säubern und Abgebrochenes zu reparieren, gehörte zu den kniffeligsten Feinarbeiten.
Beide Möbelstücke hatten schon ein paar Leben, erkennbar an mehreren Lackschichten, verrosteten Nägeln, Schrauben, Reparaturen und Abklebungen aus verschiedenen Epochen.
Der Großvater hatte den Eintürer einst – so erzählte er – während seiner Junggesellenzeit in der ersten Bude als „Spind“ genutzt, also für Kleidung und anderes. Fiel dann später sein Blick darauf, schweiften die Erinnerungen in diese Zeit.
Zuletzt fristeten beide Teile zwar ein Waisendasein, wurden feucht und litten – doch trotz vieler Umzüge wurden sie immer bewahrt.
Nun kommen sie als ganz besonderes Geschenk in frischem hellen Look daher, der im Kontrast steht zu den dunkelbraun gebeizten Innenteilen. Pünktlich zur Geburt des ersten Kindes der Tochter ist das Duo fertig geworden. Innen, außen, unten, oben – es gab allerhand zu verwandeln. Kurz vor Weihnachten waren Eltern und Tochter zur Farbwahl ins TREWIENS-Werk-Atelier gekommen: ein ähnlicher Blauton wie der letzte Eintüreranstrich sollte es werden.
An einem eisigen Februartag 2026 verließen die frisch aufgemöbelten, wieder schicken antiken Unikate dann Erfurt und gingen auf Reise gen Berlin. Dort schmücken sie jetzt das Kinderzimmer.